Auch wenn Deutsche durch den sehr ähnlichen Wortschatz recht schnell einen Einstieg in die niederländische Sprache findet: Die Aussprache – und das Verstehen der Sprache, wie sie von den Niederländer:innen selbst gesprochen wird – stellt oft doch eine Hürde dar.

Woher kommt das?

Es gibt es ein paar Charakteristika, die meine Muttersprache akustisch deutlich von ihrer Schwestersprache – dem Deutschen – unterscheiden.

Im Niederländischen reiht man Wörter gerne aneinander. Für Uneingeweihte ist es dadurch oft schwierig zu hören, wo das eine Wort aufhört und das nächste beginnt. Laute ändern sich zudem durch den Einfluss vorangehender oder nachstehender Laute. Zu allem Überdruss „verschlucken“ die Niederländer auch gern mal ganze Silben. Und am Wortende lassen sich oft das Schluss-N weg.

Aus der deutschen Perspektive klingt Niederländisch oft undeutlich und wenig präzise.

Kweenie

Die im Vergleich zum Deutschen „lässigere“ Aussprache der Niederländer:innen führt dazu, dass eine Aussage wie ik weet het niet („ich weiß es nicht“) meist als

 kweenie

ausgesprochen wird. Und ein Kind, das keinen Endiviensalat mag, wird sagen:

 dallusiknie

statt: dat lust ik niet.

Bei solchen Äußerungen handelt es sich nicht um Fehler. Im Niederländischen ist diese Art, zu sprechen normal.

Ja tuuk ...

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Kweenie
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Wie es klingt Wie es eigentlich heißt Deutsch
dawedik dat weet ik das weiß ich
hoebedoeje?hoe bedoel je?wie meinst du?
makkereve langs?mag ik er even langs?könnte ich bitte mal durch?
keppeter toch echt gezegdik heb het haar toch echt gezegdich habe es ihr wirklich gesagt
maaizietmaar je zietaber du siehst
ja tuukja natuurlijkja natürlich
tuuknienatuurlijk nietnatürlich nicht
vinniknie / vinknie(dat) vind ik nietdas finde ich nicht
vinnikook / vinkook(dat) vind ik ookdas finde ich auch

Ein Hauch von ...

Deutsche artikulieren im Allgemeinen präziser und achten mehr auf Silbentrennung. Ein wichtiges Merkmal der deutschen Sprache ist auch die Aspiration. Wer Deutsch als Muttersprache hat, ist sich dessen oft nicht bewusst, aber die stimmlosen Plosivlaute p, t und k werden im deutschen beim Sprechen "angehaucht". Wenn man darauf achtet, schwingt ein leises h mit.

Im Niederländischen passiert das nicht. Vielleicht erklärt das, warum manche deutsche Muttersprachler Schwierigkeiten haben, im gesprochenen Niederländischen beim Wortanfang ein t von einem d zu unterscheiden. Wenn die aus der eigenen Sprache vertraute Aspiration fehlt, muss es sich offensichtlich um ein d statt eines t handeln.

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Ptk aspiration
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Höher und heller

Gefühlt liegt die Sprechgeschwindigkeit im Niederländischen etwas höher als im Deutschen. Das mag zumindest zum Teil auch am niederländischen Hang zum Aneinandersprechen liegen.

Mein eigenes Niederländisch klingt auch tatsächlich etwas schneller als mein Deutsch – und das liegt nicht daran, dass es meine Muttersprache ist. Von Leuten, die mich gut kennen, bekomme ich zudem die Rückmeldung, dass meine Stimme im Niederländischen etwas höher und heller klingt als wenn ich Deutsch rede. Und das, obwohl viele niederländische Vokale eine vergleichsweise „dunkle“ Aussprache haben.

Spannend!


Ursprüngliches Veröffentlichungsdatum dieses Artikels: 11. November 2011.

Hier die "alten" Kommentare aus der Zeit zwischen November 2011 bis April 2025)

Boom · 11. November 2011, 17:54 Uhr

Coole Hörbeispiele! :)
Obwohl man ja im Deutschen beim Sprechen auch viel abkürzt/weglässt ... zum Beispiel das t am Ende von Worten wie nicht und ist oder man sagt ne, nen und n anstatt eine, einen und ein. Aber anhand der Beispiele scheint es mir auch, als wär das viel weniger ausgeprägt als im Niederländischen. Ganze Wortsilben lassen wir selten weg.

Das mit den nicht aspirierten Konsonanten hab ich allerdings noch nie verstanden ... Wie soll man denn p/t/k aussprechen, ohne die zu aspirieren? Man atmet doch beim Sprechen automatisch aus. Aber ich find den Unterschied auch nicht immer so leicht rauszuhören.

Alex* · 11. November 2011, 20:36 Uhr

Im Deutschen geschieht das Aspirieren mit deutlich mehr Nachdruck als im Niederländischen. Vielleicht fällt es Dir nicht so auf, weil Du damit aufgewachsen bist. Für viele Niederländer klingt (Hoch-)Deutsch gefühlsmäßig etwas "übertrieben", eben durch die vergleichsweise sehr präzise Aussprache.

Mendian · 12. November 2011, 08:37 Uhr

@Alex: Die wenigsten Deutschen sprechen Hochdeutsch im taeglichen Leben (mit Ausnahme der Hannoveraner). Und genausowenig sprechen die Niederlaender 'sauberes' Niederlaendisch. Los geht es schon mit dem 'zachten g', dazu noch die unzaehligen Dialekte mit ihren Assimilationen. Auch wenn ich mich bemuehe Hochdeutsch zu sprechen, schleicht sich hier und da ein Wort aus dem 'Platt' ein. Gleiches passiert mir mit dem Niederlaendischen. Die Aussprache springt, je nach Sprechgeschwindigkeit und 'Gegenueber' zwischen ABN und Dialekt. Statt 'kijken' kommt meist das hier uebliche 'kiek'n', oder statt 'kun je' hoert man 'kö'j', aus 'bijna' wird 'bienoa'

A'j Twents könt proat'n, mu'j 't um mie nich loat'n ....

Noch ein gutes Beispiel, wie zu schnelles Sprechen den Wortsinn veraendern kann: terug - druk. Spricht man terug, wie es hier ueblich ist, sehr schnell aus, und hat man dann noch Probleme mit dem 'zachten g' hoeren sich beide Woerter gleich an. Ik ben zo terug - Ik ben zo druk.

Alex* · 12. November 2011, 09:41 Uhr

Klar gibt es in der Alltagssprache in beiden Sprachen unendlich viele Variationen. Wenn man jedoch die jeweils andere Sprache lernt, ist es jedoch durchaus hilfreich um solche allgemeinen "Regeln" zu wissen.

Bob · 12. November 2011, 22:30 Uhr

Diese Aspiration das stimmt wirklich, dabei finde ich dass es in deinem deutschen Hörbeispiel noch gar nicht so richtig zu hören ist. Für einen Holländer sagt ein Deutscher nicht Post, sondern p-h-ost.

Für mich ist es nach ungefähr 10 Jahren noch immer nicht möglich außer mit viel Mühe das Wort "Bisschen" richtig aus zu sprechen.

Machmal sagen mir Leute dass sie gar nicht hören dass ich aus den Niederlanden komme (aber nur wenn sie mich erst kurz kennen). Ich kann sie aber immer überzeugen indem ich dann mal zwei Sätze mit richtigem niederländischem Dialekt aufsage. Das geht ganz leicht.

Alex* · 12. November 2011, 23:28 Uhr

Für mich ist es nach ungefähr 10 Jahren noch immer nicht möglich außer mit viel Mühe das Wort “Bisschen” richtig aus zu sprechen.

Und ich tue mich immer noch schwer mit "Tässchen" (kleine Tasse), aber vor allem mit "Täschchen" (kleine Tasche) ;-)

Iris · 21. Januar 2014, 17:19 Uhr

mach dir keine Sorgen :-D das wort "Täschchen" kann auch für Deutsche ein böser stolperstein sein :-D

Tina · 13. November 2011, 19:58 Uhr

Also, ich habe bis jetzt immer noch „Post“ gesagt ;-)).

emigrant · 13. November 2011, 22:01 Uhr

‘Bisschen’ ist schwer ja, wie auch ‘Zwetschgen’. Täschchen hatte ich noch nicht versucht, aber in der Tat: ein Stolperwort! Ein Grund um nur noch große Taschen haben zu wollen.
Aber verschlucken die Deutschen etwa nicht?
Dahamses = Da haben Sie es usw.

Alex* · 13. November 2011, 22:14 Uhr

"Zwetschgen" hatte ich verdrängt - dieses Wort versuche ich nach Möglichkeit zu vermeiden, da es mir einfach nicht gelingt, es vernünftig auszusprechen. Ich nenne sie meistens ganz feige "Pflaumen" ;-)

Iris · 19. Februar 2014, 16:51 Uhr

*haha* dann kannst du ja froh sein nicht in Bayern zu wohnen :-) wenn du hier korrekt Pflaume sagst wirst du aufjedenfall schräger angeschaut, als wenn du mit NL akzent Zwetschge sagst :-D

Alex* · 19. Februar 2014, 17:00 Uhr

Uff, ich bleibe schön hier im Norden ;-)

Kurt Wolf · 13. Dezember 2022, 21:24 Uhr

Gänsefleisch = sächsisch Können Sie vielleicht

emigrant · 13. November 2011, 22:05 Uhr

Wenn ich Holland besuche, sagt man mir am ersten oder am zweiten Tag manchmal, dass ich einen deutschen Akzent habe. Tatsächlich muss ich dann meinen Mund auf die andere Artikulation einstellen; das ist nicht ganz ohne.

Ralph · 14. November 2011, 14:37 Uhr

Nun, ich versuche jedenfalls nicht mehr, "Mädchen" auf niederländisch zu artikulieren ;-)

Alex* · 14. November 2011, 19:43 Uhr

;-)

David · 14. November 2011, 16:10 Uhr

Als Amerikaner finde ich Niederländisch viel nasaler als Deutsch. Mir klingt Niederländisch als ob es viel mehr vorne im Mond ausgesprochen wird, während Deutsch viel mehr hinten im Hals eingeschluckt ist. Auf Deutsch muss man eben "härter" und deutlicher alle Silben aussprechen und ich finde wenn ich Deutsch rede dass mein Hals sich verengt und die Luft mit mehr Schwierigkeit dadurch fließt. Im Gegenteil als ich Niederländisch rede, leidet meinen Hals stattdessen unter den "harde G's" :-)

Karin · 14. November 2011, 21:51 Uhr

Witzig, ich (Deutsche) empfinde es gerade anders rum. Worte mit L, z.B. schnell/snel spreche ich mit einem L vorne auf der Zunge aus, dann sagt man mir, dass ich die Zunge nach hinten legen muss, um ein richtiges rundes NL-L auszusprechen. Niederländisch finde ich härter klingen als Deutsch, denn Wasser wird water und Pinsel wird kwast!. Ich spreche Deutsch ziemlich weich denke ich, beim Niederländisch muss ich zuschlagen. Ein Amerikaner, der beide Sprachen nicht als Muttersprache hat, kann das vielleicht am neutralsten beurteilen.

David · 14. November 2011, 21:59 Uhr

Mein Bruder erzählt mir immer dass meine Stimme ganz anders auf Deutsch klingt. Normalerweise, sagt er, ist meine Stimme angeblich nasaler und tiefer auf Englisch. Er meint aber dass sie auf Deutsch einen höheren Ton hat und lyrischer klingt. Der schertzt jedenfalls dass ich wie der schwedische Koch auf Niederländisch klinge... :-)

Gernot · 15. November 2011, 18:07 Uhr

David,

als Amerikanischmuttersprachler kannst du mir mal bestaetigen, dass der typische 'deutsche Akzent' in Hollywood-Filmen bei Kalter Krieg Spionagen-Rollen verwendet werde, eben wegen dieser sehr praezisen Artikulation, die Schauspieler zum Erscheinungsbild eines Nazi (sowie Ex-Nazi)-Offiziers oft und gern benutzen?

Als Deutschmuttersprachler bin ich meiner eigenen Sprache zu nahe, um mir aus der Perspektive eines Auslaenders effektiv zuzuhoeren-:)

Es stimmt, dass mir die nederlaendische Aussprache doch schon viel schlapper anhoert, als die deutsche.

David · 15. November 2011, 18:45 Uhr

Gernot,
Das kommt nicht nur in den USA vor, sondern scherzen die Holländer immer dass der "typische" deutsche Akzent sehr übertrieben, schreiend ausgesprochen muss. Es stimmt ja in den USA dass die meiste Leute nur Deutsch im Kriegsfilm gesehen haben oder nur manche Lehnwörter wie "über" oder "Fahrvergnügen" usw. kennen. Deswegen wenn sie überhaupt Deutsch versuchen auszusprechen muss es eben wie die Niederländer es machen: übertrieben und lustig. Weil wenn man die Wortschatz fehlt, kann man es nur so tun, oder?

Alex* · 15. November 2011, 19:39 Uhr

Kennt Ihr die englische Comedy-Serie 'Allo 'Allo!? Darin wird meisterhaft mit verschiedenen Akzenten gespielt.

David · 15. November 2011, 19:40 Uhr

Oder Fawlty Towers: "Whatever you do don't mention the war!"

Alex* · 15. November 2011, 19:48 Uhr

Oh ja, großartig! Im deutschen Fernsehen sind diese beiden Serien nicht gelaufen, meine ich ...

Emigrant · 16. November 2011, 09:58 Uhr

Nein, und das ist was ich Deutschland nach allen den Jahren hier vielleicht noch am meisten Übel nehme: Kein Fawlty Towers, kein Allo Allo, kein Absolutely Fabulous und keine von allen diesen hervorragenden BBC und IT4 Comedy- und Krimireihen im Fernsehen. Haben Deutsche dann doch keinen Humor?

Alex* · 16. November 2011, 10:03 Uhr

Geht mir auch so ... Englische Comedy (im Originalton!) fehlt mir hier total.

Boom · 16. November 2011, 19:16 Uhr

Nicht nur dir, Alex. Ich habe mich da erst vor Kurzem mit anderen Deutschen drüber unterhalten. Es ist echt ätzend, dass alles, aber auch absolut alles immer deutsch synchronisiert werden muss. Na ja ... gut, dass es heutzutage sowas wie das Internet gibt ;)
Und DVDs, die man im Originalton angucken kann.

Iris · 21. Januar 2014, 17:24 Uhr

JA GENAU! Würde hier nciht ständig allessynchroniesiert werden, sondern wie NL, ganz selsbtverständlihc, englishce, Franzosiche und auch Niederländische TV sendungen oder Filme laufen, nur mit deutschem Untertitel, würde sich das Gehör von Kindesbeinen auch an den Klang anderer Sprachen gewöhnen. Ich fand das in NL sooo toll. Auch kindersendungen aus England und Deutschland liefen nur mit Untertitel. Da wird über ENglisch unterricht im Kindergarten diskutiert aer auf soetwas naheliegendes kommt man nicht. Aber wie schon gesagt wurde, gottseidank gibt es das Internet. Wer also wirklich will muss sprachlich nicht in dieser deutschen Einöde versauern.

scrooge · 18. November 2011, 08:52 Uhr

"Keeping Up Appearances" und (ich glaube) "Fawlty Towers" hat man mal ausgestrahlt. Aber da sie unbedingt synchronisiert weren mussten, ging das Ganze natürlich gewaltig in die Hose, und nach ein paar Folgen wurde das Experiment abgebrochen. Logisch, es *kann* auf Deutsch nicht funktionieren.

Keinen Humor würde ich so nicht sagen, nur anders. Und an den speziellen Humor *jeder* Nation muss man sich wohl erst mal gewöhnen, aber dazu muss man auch damit konfrontiert werden.

In meiner Anfangszeit in NL bin ich auch oft verzweifelt wegen "witziger" Bemerkungen oder Fernsehprogramme, deren Witz ich einfach nicht finden konnte. Das hat auch sehr viel damit zu tun, wie gut man die Sprache beherrscht.

Alex* · 18. November 2011, 10:00 Uhr

Ich frage mich, ob Serien wie “Keeping Up Appearances” und “Fawlty Towers” eine Chance gehabt hätten, wenn sie in Deutschland im Originalton (mit Untertiteln) ausgestrahlt worden wären. Ich kann schlecht einschätzen, in wie weit "das deutsche Publikum" sich auf so etwas einlassen würde ...

Gernot · 15. November 2011, 23:41 Uhr

Genial, David!-:))) In deutscher Sprache synchronisiert hatte ich vor Langem diese englische Fernsehserie mal angeschaut, ja, besonders an die Skizze beim Abendessen kann ich mich gut erinnern, wo der arme Basil (mit Absicht natuerlich) "Hering" mit "Goering" verwechselt, als er die Bestellung aufnimmt und da verfaellt die ganze Deutsche-Gruppe am Tisch in reines Chaos, die junge Dame faengt an untroestlich zu heulen, waehrend Basil im quasi-Stechschritt aus dem Speisesaal bei schallendem Gelaechter des Live-Zuschauerpublikums weggeht. LOL

Ich konnte mich einfach nicht mehr an mich halten, obwohl ich sicherlich als Deutscher solche Darstellung ja recht anstoessig fand.

Gernot · 15. November 2011, 23:43 Uhr

Nein, Alex. Diese Serie kenne ich nicht, nur vom Hoeren schon-:)

David · 16. November 2011, 20:30 Uhr

Das schätze ich hier so viel! Das nix synchronisiert ist und nur untertitelt wird, sagt viel warum die Holländer (denken dass sie) so viel Englisch können. Ich finde auch dass es eine Linie in der nähe von der DE-NL Grenze gibt, wo westlich davon jeder viel mehr BBC guckt (BBC ist im Basisfernsehen) und östlich mehr ARD und ZDF (auch im Basis) guckt. Ich kenne von Freunden dass ihre Eltern mehr auf Deutschland eingerichtet sind (kaufen da ein, Karneval zusammenfeiern mit NDR usw).

Ich kann selbst sicherlich nicht klagen dass wir so viel ausländische Sender haben. Das fehlte mir immer damals in Leipzig, wann es gar nix im Fernsehen gab (das war vor DSDS und Popstars). Wahrscheinlich ein interessanter Gastbeitrag? :-)

Alex* · 17. November 2011, 00:27 Uhr

Gerne :-) Über das Synchronisieren habe ich ja bereits einen Beitrag geschrieben; über die wenigen anderssprachigen Sender in Deutschland noch nicht.

Gernot · 16. November 2011, 23:45 Uhr

David, zuerst einmal muss ich aber dein exzellentes Deutsch bewundern! Wirklich wahr, wenn ich nur ein Drittel so gut Englisch koennte, da waer' ich ja froh. Mir kannst du doch glauben, denn wir Deutschen sind in der Regel sooo ehrlich bzw. direkt, selbst Wildfremden gegenueber, dass es schon manchmal Weh tut, wurde mir von britischen Arbeitskollegen oft gesagt-:)

Also jetzt wieder zur Sache. Ich finde es auch extrem nachteilhaft, dass wir hier in Deutschland beinahe ALLES, besonders im Fernsehen, synchronisiert bekommen, weil es nun kein Wunder ist, dass die meisten meines Alters, ab 50 Jahren, haeufig hundsmiserables Englisch sprechen, (wenn ebenfalls mangelhaft verstehen und schreiben) koennen! Ist echt eine Schande.

Es stimmt, dass die Niederlaender ueber solide Englischkenntnisse verfuegen. Allerdings haengt das vielleicht von der Ausspracheaehnlichkeit zwischen dem Niederlaendischen und dem Englischen ab, da insbesondere das Amerikanische eine saloppe Artikulation zeigt, wobei, habe ich von Freunden langjaehrig in den USA erfahren, dass dem Amerikaner im Durchschnitt die deutsche Hochlautung grosse Schwierigkeiten bereitet-:)

David · 17. November 2011, 11:45 Uhr

Danke Gernot! Du kannst dir aber vorstellen dass es viel schwieriger für einen Amerikaner ist, gut Deutsch zu schreiben bzw. sprechen wenn man den ganzen Tag ausschließend Niederländisch hört. Man muss sich richtig gut einstellen um zwischen den beiden zu wechseln.

Ich fand's, übrigens, dass die Australier die ich damals im Austauschjahr kennenlernte, viel schneller den Akzent annehmen konnten, als meine Landgenossen.

Gernot · 18. November 2011, 20:12 Uhr

Dazu hat das Deutsche viel mehr Zischlaute als das Niederlaendische, was zu einer schaerferen Artikulation im Deutschen fuehrt. Einige Amis haben mir scherzhaft bemerkt, wir Deutschen vermitteln dadurch Fremden den Eindruck, dass wir staendig boese oder aergerlich seien, weil unsere Aussprache diesen "scharfen" Ton habe!

Interessant zu erfahren, wie wir Auslands-Besuchern vorkommen-:)

Christian · 27. November 2011, 16:00 Uhr

Endlich Zeit um hier was zu schreiben!

Interessanter Artikel! Dennoch wird es an "meinen" Problemen nichts ändern :-D
Als ich begann mich mit der niederländischen Grammatik zu beschäftigen (ich habe sie nie gelernt, sondern meist im Kontext verstanden), bin ich auch auf diese Assimilation gestoßen und Auslautverhärtung und von stimmlos zu stimmhaft usw. bla bla. Ich habe es bis heute nicht verstanden und werde das auch in Zukunft nicht tun ;-D Darum werde ich auch niemals den deutschen Akzent verlieren, denn meiner Meinung nach kann man sowas nur durch viele Jahre des guten Zuhörens herausfinden.
Dass alles aneinander gereiht wird ist mir nicht neu und sorgt eben auch für das schnellere Sprechtempo des Niederländischen. Ich kann schnell Deutsch sprechen, allerdings wird dann auch ziemlich viel verschluckt und es hört sich abgehackter an als wenn ich normal spreche. Mein Niederländisch hat nicht die Geschwindigkeit, die jeder Niederländer sprechen kann (auch wenn ich das gerne hätte). Es hat sich aber schon verbessert seitdem ich mehr mit Einheimischen spreche ;-)
Das bekannte "kweenie" kommt in meiner Umgebung relativ häufig vor und finde ich immer sehr lustig, wenn ich das höre, weils süß klingt in deutschen Ohrenn ;-D

Ich selbst habe auch eine höhere Stimme im Niederländischen (sagen zumindest deutsche Ohren). Von der deutschen Aspiration lese ich allerdings zum ersten Mal. Dieses Phänomen war mir vorher gar nicht bewusst, dass man sowas macht. Oder vielleicht doch, nur hatte ich keine Bezeichnung dafür ;-)

Es gibt einen Haufen Wörter, die ich nicht gut im Niederländischen aussprechen kann, darunter alles mit "ui" (nein, nicht das Gemüse...) und Wörter mit "k" und "g", wo beide Buchstaben dicht aneinander stehen ("gekregen" z.B. oder wenn ein Wort mit g endet und das nächste mit k beginnt ---> Knoten in der Zunge).
Außerdem höre ich bis heute keinen Unterschied zwischen "z" und "s" und manchmal auch nicht zwischen "ui" und "au/ou".

Viele Ausländer, die Deutsch lernen, sagen, dass sich Deutsch wie ein bellender Hund anhört, schon allein wegen der harten Laute "-heit" und "-keit" (Heiterkeit ;-D ) Einige meiner niederländischen Kollegen habe diese Aussage bestätigt!

Lustig (und irgendwie süß!) find ich allerdings, dass Alex und Bob "Probleme" haben mit verniedlichten Wörtern wie "Tässchen" oder "Täschchen" (oder eben "bisschen"). Irgendwie sympathisch!

Alex* · 27. November 2011, 17:09 Uhr

In der November-Ausgabe der Sprachzeitschrift Onze Taal steht ein interessanter Artikel über die Frage, ob man eine "fremde" Sprache akzentlos sprechen lernen kann. Die Grundaussage: Wir "hören zu mit einem Akzent" – nämlich mit dem unserer Muttersprache. Und das führt dazu, dass wir auch mit einem Akzent sprechen. Unbewusst "übersetzen" wir die gehörten Klänge und Laute in das vertraute Lautsystem der eigenen Sprache. Dagegen hilft nur, in die andere Sprache "unterzutauchen" und sie ganz viel zu hören.

Christian · 27. November 2011, 18:21 Uhr

SEHR interessant! Vielen Dank für den Link, Alex!

Alex* · 27. November 2011, 18:26 Uhr

Leider ist nur der erste Teil des Textes online verfügbar. Wenn Du möchtest, kann ich den Artikel gerne einscannen und ihn Dir per Mail schicken. Ich habe die Printausgabe.

Christian · 27. November 2011, 22:36 Uhr

Öhm...
Würdest du das für mich denn machen? Also dann würde ich dein total liebes Angebot annehmen :-)

Alex* · 27. November 2011, 23:16 Uhr

Er kommt morgen früh auf den Scanner :-)

Paul R. Woods · 14. Februar 2013, 23:21 Uhr

Es macht den Menschen zur Person, wenn er mit einem Akzent spricht (was fast jeder tut). Woher das Gegenüber kommt, in welcher Reihenfolge er die 2. oder 3. Sprache erlernte und wo, sagt doch viel über das Leben und Sozialisation des Gesprächpartners aus.
Beruflich spielt sich bei mir das meiste auf Englisch ab, aber jemand aus Südafrika, aus den USA oder aus Australien klingt jeweils so ganz anders. Ich finde es aber auch reizvoll bei Deutschen am Akzent die Herkunftsregion zu erraten.
Und es sind nicht nur die Ausspracheeigenheiten, die etwas über die Person verraten. Auch der Wortschatz, wenn man wie ich mit Niederländisch angefangen hat, aber seit mehr als 50 Jahren nicht mehr dort wohnend, ist nicht der, der jetzt in beispielsweise Amsterdam (meine ursprüngliche Heimat) angewandt wird. Aber Deutsch in einer eigens darauf ausgerichteten Einrichtung zu erlernen, führte bei mir dazu, dass ich Worte und Formulierungen verwende, die in der deutschen Umgangssprache nicht oder nicht mehr üblich sind (modern: trotz vs. traditionell: obwohl, dennoch) oder die sich gerade "am Ausbreiten" sind (rheinischer Partizip Präsens).

Alex* · 15. Februar 2013, 09:53 Uhr

Schön gesagt Paul :-)

jojo · 17. November 2014, 00:18 Uhr

Nlse vader, Duitse moeder, in Nl opgegroeid, en nu al 22 jaar in D.
Als je moe (of dronken) bent merk je dat in het Duits sneller dan in het NLs.
Fluisteren gaat op z'n NLs beter, in het Duits hoor je de hele tijd de scherpe s!
Mijn Duits is hoger dan het NLs.
Verkouden; schor: dan gaat praten op z'n Nls toch nog.(Duits minder)
Praten als Rudi Carell: alleen als er 'ein Polizist' voor mijn neus staat.
Struikel (soms) over: zwischen

Taal blijft leuk, zeker de verschillen, en de overeenkomsten!!
Jojo

Alex* · 17. November 2014, 09:28 Uhr

Heel herkenbaar :-)

renate loske · 30. Januar 2016, 13:50 Uhr

Hallo Alex,
Ich lerne intensiv holländisch weil ich diese Sprache weil oft in Holland sind.
Leider habe ich Probleme diese in Sätzen zu formulieren und zu sprechen.
Ich such jemanden, mit dem ich auch mal holländisch sprechen kann um das gelernte zu vertiefen.
Gibt es private Personen die daran Interesse hätten.

Alex* · 30. Januar 2016, 14:13 Uhr

Hallo Renate,

meinst Du mit Menschen vor Ort oder auch über Skype oder ähnliches?

Gleichgesinnte findest Du wahrscheinlich am ehesten im Deutsch-Niederländisch-Forum.

Ik hoop dat je snel iemand vindt. Succes!

Renate · 31. Januar 2016, 12:50 Uhr

Hallo Alex
Ich bedanke mich für Deine schnelle Info.
Diese Seite habe ich schon gefunden.
Ich werde es mal dort versuchen.
Dir alles Gute

Alex* · 31. Januar 2016, 12:57 Uhr

Ich duim voor je dat het lukt -- Ich drücke Dir die Daumen, dass es klappt :-)

Andrea · 21. Juli 2018, 00:17 Uhr

Außerdem haben die Neigung, Wörter aneinanderzureihen, sodass es für Uneingeweihte – also Nicht-Muttersprachler – oft schwierig zu hören ist, wo das eine Wort aufhört und das nächste beginnt.

-> Das stimmt absolut. Außerdem sehe ich nie, wo im Niederländischen die Betonung liegt, da scheint es keine Regel für zu geben. Im Polnischen z. B. liegt die Betonung immer auf der vorletzten Silbe.

Der Artikel ist mal wieder topp, Alex. :)

Alex* · 22. Juli 2018, 09:58 Uhr

Du hast mir gerade ein neues Artikelthema geliefert, Andrea ;)

In der Zwischenzeit hilft Dir der Post zur unterschiedlichen Betonung im Niederländischen und Deutschen vielleicht etwas weiter.

Oliver · 5. April 2025, 10:38 Uhr

makkereve langs? - daajchmaeem vobei?

tuuknie - türchnich

Die Deutschen machen das schon auch mal, aber meist wesentlich weniger ausgeprägt, das ist auf jeden Fall richtig :-)

* eigene Antworten aus dem Blog